Forum für Camper-Selbstausbauer!

Für angedachte, geplante, halbfertige und fertige Wohnmobilausbauten.

Tagebücher die den Camperausbau beschreiben
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#1
Hallo Leute,
letzten November habe ich mich hier angemeldet und kündigte an, dass ich den Ausbau von Karubil (Karin-Rudi-Mobil) hier dokumentieren werde. Seither habe ich hier viel mitgelesen, ab und zu meinen Senf irgendwo dazugegeben und Fragen gestellt. Für deren Beantwortung sei hier nochmal gedankt. Nun fange ich an zu dokumentieren, habe aber noch nicht viel gebaut. Also fange ich mal mit der Beschaffung des Autos an:
Der 1. Traum war ein Allrad-Sprinter... Das war aufgrund der Preise schnell ausgeträumt. Dann die Idee mit dem Postkasten. Wäre bezahlbar, hätte aber zu viele Nachteile, mit deren Aufzählung ich Euch nicht langweilen will.
Wegen der Abgasnorm, gewollter Konfiguration und Preis wurde klar, es wird ein Sevel, L2H2. Länger geht nicht, wegen dem Platz auf unserem Hof, höher ist nicht nötig, ich bin 1,73.
Nach intensiven Preisvergleichen und Gesprächen mit lokalen Händlern (Fiat, Peugeot, Citroen) bin ich schließlich bei "Meinauto.de" gelandet. Ich habe eine Weile und etliche Telefonate mit Meinauto.de und weitere Recherchen gebraucht, um überhaupt Vertrauen in so einen Internet Kauf zu bekommen. Nachdem aber 2 Arbeitskollegen positives berichtet haben, wurde ich mutiger.
Hier nun die Erfahrung mit Meinauto.de:
Die haben einen eigenen Konfigurator, der unabhängig von den Hersteller Konfiguratoren ist. So kann man gut vergleichen. Aaaber: Das, was man bei denen konfiguriert, ist nicht unbedingt machbar. Das heißt, man muss erstmal eine Kaufabsicht durch eine Beauftragung bekunden. Dann bekommt man einen Händler genannt, mit dem man die "wirkliche" Konfiguration durchgeht. Sollte das dann die Konfiguration von Meinauto.de zu weit von der des Händlers liegen, kann man immer noch alles abblasen. Zusammen mit der Option der Kurzzeit Zulassung habe ich immerhin 42% gegenüber Listenpreis gespart. Nachdem der Kauf beim Händler vermittelt und beauftragt war (Ende Sept.2021), lief es ganz normal weiter, wie bei einem "gewöhnlichen" Kauf.
Mitte Mai 2022 kam die Info, dass das Auto ausgeliefert werden kann. Das war früher als geplant, normalerweise freut man sich, aber in meinem Fall gab es eine Kollision mit meinem Urlaub... Tja...
Am 13.6.22 habe ich das Auto aus Duisburg abgeholt. Auf der Heimfahrt nach Heilbronn sind mir diverse schlagende Geräusche aufgefallen, laut wie Pistolenschüsse. Also: Werkstatt... Und hier merkt man, dass das Auto dort nicht gekauft wurde. Ich wurde zwar bedient, aber gerade mal. Immerhin fand man den Übeltäter: eine lose herumrollende Schraube im Bereich der Schiebetür, die bei jedem Lenken, Bremsen und Beschleunigen irgendwo gegengesemmelt ist. Hätte nicht gedacht, dass eine Schraube so einen Radau machen kann. Außerdem haben sich einige Verklebungen an den Flatterholmen lautstark gelöst. Angeblich ist sowas auf den ersten Paar Kilometern "normal". Naja... einen leeren Kasten kann man vom Geräusch her nicht mit einem gediegenen Passat vergleichen :relaxed: Trotzdem habe ich die gelösten Stellen später mit ein paar Sikaflex-Raupen nachgeklebt.
Jetzt steht also ein Jumper L2H2, Euro6-D 165 PS Weiß auf unserem Hof und soll ausgebaut werden.
Noch eine interessante Sache: Die Hinterachse hat normalerweise Blattfedern mit jeweils einem Kunststoff-Puffer. Mein Exemplar hat nur auf der rechten Seite einen Puffer, links fehlt der braune Puffer einfach. Hier 2 Bilder:
download/file.php?mode=view&id=40722
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Auch das habe ich dem Händler gezeigt. Der meinte, das gehört so, dieses Auto braucht keine 2 Puffer... Hmmm. Dann bin ich bei einem anderen Händler vorgefahren: Der hat gelacht, hat gesagt, dass die den bei der Montage vergessen haben und selbstverständlich wird auf Garantie der fehlende Puffer eingebaut. Jetzt ist also auch klar, welcher Händler künftig meine Service machen wird.
So... Genug für heute, was sonst noch war, schreibe ich später.

Grüße, Rudi
Dateianhänge
IMG_20220804_194805.jpg
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Jumper, Der Toto, Slap und 1 andere gefällt dies
#2
Krass einfach mal n Puffer vergessen… Gratuliere zum schönen neuen Fahrzeug. Ich wünschte mein Unterboden würde auch noch so glänzen. Am besten gleich mal komplett mit Owatrol oder Wachs oder Unterbodenschutz je nach Stelle einsprühen. Dann bleibts da unten auch so schön zumindest für ne Weile…
#3
Ja, das mit dem Puffer ist schon komisch. Ich hoffe, dass sonst nix fehlt. Und das mit der Rostvorsorge habe ich tatsächlich vor. Ein YouTuber empfielt für die inneren Hohlräume WX 210 und für die äußeren CT09. Sympathisch finde ich, dass es das Zeug in Sprühdosen gibt und man keinen Kompressor dafür braucht. Innen habe ich das WX210 schon versprüht (habe 4 Dosen für den L2H2 verwerkelt). Mit dem CT09 habe ich das Problem, dass es die Hohlraumdüse, die man zum innen-sprühen benötigt, angeblich nicht gibt (Lt. Barho Autozubehör Geschäft). Auch im Internet habe ich beim Hersteller (AD Chemie) nix gefunden. Ehrlich gesagt frage ich mich, wie die sich das denken. So wie es jetzt ist, kann man offene Flächen einsprühen. Verkauft wird es aber als Hohlraumversiegelung - nur ohne Düse ...?... So eine Düse habe ich woanders gefunden und bestellt, dummerweise passt die aber nicht auf den Sprühkopf. Da werde ich wohl basteln müssen.
#4
Hi Rudi,

auch von mir Gratulation zum Kauf und auch dass er schon bei dir steht und du nicht noch drauf warten musst.

Aber so lange Texte ohne Absätze sind echt unangenehm zu lesen.
Vielleicht kannst du ab und zu an den richtigen Stellen einen Absatz machen?

Bei dem enormen Arbeitsaufwand für den Ausbau, war mir der Rostschutz zu wichtig dass ich das mit Sprühdosen selbst machen wollte.
Ich hab ihn dann von einem [Externer Link für Gäste nicht sichtbar] mit erhitztem Mike Sanders Fett vollpumpen lassen.
Das hat damals 100€ pro Meter Fahrzeuglänge plus 40€ für neune Verschlußpfropfen an den Schwellern gekostet, was weniger als die Hälfte war was andere verlangt haben.
So weit ich mich erinnere hat der mit Unterboden 15L reingeblasen, bin mir aber nicht mehr 100% sicher ?

Robert
#5
Weiter geht's mit "Was bisher geschah".
Das Auto soll einerseits als WoMo genutzt werden, aber auch als "Alltagsfahrzeug". Mal den Enkel wegbringen, Schwiegermutter holen, einkaufen,... Ein weiteres Auto für sowas betreiben möchte ich nicht. Dazu sind die 2 Sitze vorne zu wenig, das war von vornherein klar. Also brauche ich hinten 2 weitere Sitze. Aber nicht, wenn es ein Wohnmobil ist. Dann soll statt der Sitze eine Toilette rein und es soll etwas Platz zum Bewegen da sein.
Nach einigem Ringen habe ich mich für die Firma Schnierle (bei Augsburg) entschieden. Anfang Juli hatte ich dort Termin. Die haben 2 Alu Schienen eingeklebt und unter dem Boden mit Quertraversen verschraubt. Darauf kann man nun auf der Länge von 1m 2 Sitze (Linea) einklinken und verschieben. Die Sitze haben einen eingebauten Sicherheitsgurt, sind bequem zum Sitzen, lassen sich sogar bis zu je 8cm nach links/rechts verschieben. Mit Einbau und Tüv waren 2800 € fällig. Nicht billig, aber ich denke für mich eine gute Lösung, denn der Ein und Ausbau der Sitze ist wirklich einfach. Und, wenn mein Plan aufgeht, brauche ich dadurch kein 2. Auto. So sieht der Boden jetzt aus:
2022-08-04_18-46-11.jpg
Damit man hinten auch was sieht, sollte ein Fenster rein. Ich habe mich für das Schiebefenster von Carbest entschieden. Einmal, weil es hier im Forum schon Verwendung fand und auch, weil es fast genau so aussieht, wie das Fenster in der Schiebetür. Hier also das Auto ohne und dann mit Fenster:
2022-06-14_13-18-43.JPG
2022-07-19_13-00-16-a.jpg
2022-07-19_13-00-28.jpg
Den Einbau des Fensters habe ich eine freie Meisterwerkstatt machen lassen. Da waren zu viele Skrupel, mit der Stichsäge an einen Neuwagen ranzugehen.

Wie bereits beschrieben, haben sich während der Jungfernfahrt einige Klebeverbindungen zwischen der Außenhaut und den inneren Holmen gelöst. Die Stellen habe ich mit Sikaflex nachgebessert:
Hier so eine aufgetrennte Verbindung:
2022-07-05_13-54-24.jpg
nachgebessert:
2022-07-05_16-06-10.jpg
So. Die nächsten Arbeiten werden der Unterboden sein, dann der Innenboden, Dachluke, naja... Ihr seht, es ist viel zu tun, ich werde weiter berichten.
#6
robat1 hat geschrieben:Bei dem enormen Arbeitsaufwand für den Ausbau, war mir der Rostschutz zu wichtig dass ich das mit Sprühdosen selbst machen wollte.
Da hast Du sicher Recht, dass das ein Profi besser macht. Andererseits sollte das gar nicht nötig sein, der Hersteller müsste da ja schon was getan haben. Wenn ich mir aber so die allgemeine Verarbeitungsqualität ansehe: Lose Schraube im Hohlraum, fehlender Puffer an der Hinterachse, sich lösende Holmverklebungen, Ja, vielleicht sollte ich das Thema Rostschutz nochmal überdenken. Aber so wie ich das sehe, ist dann nochmal ein 1000 der fällig.
#7
Sorry für OT
Die 1000 Euro würde ich mir tatsächlich sparen. Rost ist zum Glück eins der Probleme, wovor man beim Sevel keine Angst haben muss. In den letzten 16 Jahren ist kein einziger auch nur ansatzweise so vergammelt wie der Vorgänger (244er) oder nahezu jeder Sprinter auf der Straße :face_with_hand_over_mouth:

Fürs Gefühl reichen da ein paar Dosen, wie man oft bei Yt sieht. Ich hab in meinem 2020er aber noch nichts geschmiert
Die Sevel haben eine KTL ("verzinkt") und rostet im Prinzip nicht.
#8
Es gibt noch was zu berichten hier: Während der Wartezeit auf die "Hardware" habe ich mich ja viel mit den verschiedenen Themen befasst. Und wenn klar wurde, wie ich es machen will, habe ich schon mal das eine oder andere in Angriff genommen bzw. gekauft.
Da wäre erstmal die Trocken Trenn -Toilette. Ich wollte vor dem Einbau wissen, ob das wirklich funktioniert. Gekauft habe ich nur das Trenn-Teil mit Klodeckel, der Rest ist Eigenbau. Hier der erste Test im Keller:
IMG_20220721_201908.jpg
Da ist ein 24V PC-Lüfter drin, der mit 12V betrieben wird. Ist leise und reicht, um den Muff durchs Kellerfenster zu blasen. Es reicht, wenn er ca. 1 Stunde nach der Sitzung läuft. Den Rest übernimmt das "Goldmann-Kackepulver". Toller Name! Den 2. Praxistest gab es dann letzte Woche auf dem Burg Herzberg Festival. ... War zufällig jemand von hier dabei? Interessante Selbstbau-WoMos gibt es da auch zu sehen. Da mein WoMo noch Baustelle ist, habe ich den KlappCaravan meines Sohnes dabei gehabt;
Paradiso.jpg
Da schläft man wirklich sehr nah am Klo. Nach 4 Tagen Festival bat ich meine Kumpels rein, mit der Frage, ob ihnen was auffällt. Niemandem ist irgendein Geruch aufgefallen. Als ich dann das Klo vorstellte, erntete ich Applaus und bekam den Auftrag, für's nächste Festival ein Klo-Zelt auf dieser Basis zu bauen... :slight_smile:

Beschafft habe ich außerdem eine Dachhaube (Fiamma Turbo Vent Premium), die soll demnächst eingebaut werden... Habe jetzt schon Respekt davor, dem neuen Auto die Zähne der Stichsäge zu zeigen.. :scream:
Auch ein 12V Kompressor Kühlschrank (Belluna 67L) steht mir im Arbeitszimmer im Weg.
Damit meine Frau einen besseren Eindruck der Küche bekommt, liegt hier jetzt auch noch eine Gas-Koch/Spül Kombi (CAN FL1401). Sie sagt zwar, es ist schon klein, sieht aber ein, dass es in diesem Auto nicht viel größer gehen kann.

Einen Teil der Elektrik habe ich besorgt: Ein Bulltron 200 Ah Lithium Akku, einen Fraron 1200 W Wechselrichter und ein Ladegerät (Victron IP43). Die Der Bulltron Akku hatte eine Lieferzeit von 3 Monaten!
Die Kombination Akku+WR haben wir schon im nicht erschlossenen Gartengrundstück erprobt:
Power im Garten.JPG
Ganz rechts steht die Power für grobe Arbeiten. Hat echt super geklappt. Dabei entstand die Idee, den "Elektroblock" so zu bauen, dass der Akku + WR quasi als Power-Bank leicht aus dem WoMo heraus genommen werden kann. Noch bin ich nicht so weit, aber die Idee ist schon mal im Hinterkopf. Solarpanele, MPPT-Regler und Booster habe ich (noch) nicht.
Nächste Woche habe ich einen Termin mit einem TÜV-Mann, zwecks Beratung, wo ich den Gaskasten hin bauen kann. So wie der sagt, werde ich das machen. Im Internet und auch hier im Forum gibt es dazu zu viele "Ansichten" und ich will an diesem Punkt wirklich nichts falsch machen.
Naja danach kommt der Fussboden, und und und... Das wisst Ihr ja selber, wie viel Arbeit da noch ansteht. Ich werde weiter berichten.
Viele Grüße, Rudi
#9
Heute gibt es wieder was zu berichten:
  • Der fehlende Gummipuffer an der Hinterachse wurde letzte Woche im Rahmen der Citroen Garantie eingebaut. Ich kann mich auch täuschen, aber ich habe das Gefühl, dass das Auto beim Überfahren von Gullydeckeln und ähnlichem etwas weniger rumpelt.
  • Im vorderen Bereich des Kastens habe ich die Dachhaube (Fiamma Turbo Vent) eingebaut. Ich denke, Bilder brauchen wir hier nicht, das haben ja schon andere gemacht. Hat geklappt und ist sogar dicht.
  • Ich habe mit dem diensthabenden Gasprüfer gesprochen, um die möglichen Einbauorte des Gaskastens und der dafür nötigen Entlüftungsöffnung im Boden abzustimmen. Ich bin guter Dinge, dass das dann auch gut geht.
  • Jetzt bin ich dabei, die Latten am Fußboden zu verkleben, um zwischen den Latten Armaflex und auf ihnen die Bodenplatte anzubringen.
Am Wochenende wird es hoffentlich so weit sein.

Grüße, Rudi
martin.k gefällt dies
#10
Rudi, Glückwunsch zum Auto!
Der Liefertermin war ja fast eine Punktlandung, sogar früher; von acht bis neun Monaten Wartezeit war damals die Rede.

Jedenfalls: Viel Erfolg beim Ausbau.
Und ich freue mich auf deine weiteren Beiträge.


Finde auch gut, dass du Grenzen kennst und ggf. eine Werkstatt machen läßt, wie beim Fenster. Ich hatte z.B. mal selbst ein Fenster eingebaut (bei einem Kfz, wegen TÜV), und später war das dann nicht dicht...