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(Stand-)Heizung, Warmwasserboiler, Klimageräte- und Anlagen, Lüfter, etc...
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von Andolini
#1
Ich schieb nun schon zwei Jahre das Thema vor mir her. Fest steht, dass ich es im Kasten umsetzen will. Nun schreibe ich mal meine bisherige Gedankenarbeit auf, um weitere Ideen von euch zu sammeln. Daher bitte ich euch hier grundsätzliche Gegenargumente zu vermeiden. Die sind bekannt und sollen auch hier nicht thematisiert werden (Stromverbrauch, Gewicht,...). Ich werde das Ding auf jeden Fall einbauen! Aus Bastelwahn, aus Komfortgründen und als Test für ein späteres größeres Projekt. :wink:

Im Prinzip soll die Heizung wie eine Alde funktionieren. Nur eben mit Diesel als Brennstoff. Gibts nicht als Fertigsystem, außer bei Westfalia in Zusammenarbeit mit Eberspächer. Nur nicht frei verkäuflich.

Als Dieselheizung muss es wohl auch eine Eberspächer Hydronic werden, da das die einzigen mir bekannten sind, die die Heizleistung runterregeln können. Aber widersprecht mir hier sehr gern.
Die soll in den Motorraum, bei den Sevels vorn links auf den Längsträger hinter die Stoßstangenecke (Originaleinbauplatz).

Die Heizung soll einen getrennten Wohnheizkreis befeuern und nur per Wärmetauscher den Motor vorwärmen können. Dazu soll eine extra Wasserpumpe im Motorheizkreis zugeschaltet werden können. Um nicht erwünschten Wärmeverlust zu vermeiden, soll der Wärmetauscher weit oben an der Spritzwand sitzen. Funktioniert bei Motorlauf natürlich auch umgekehrt durch einschalten der Wasserpumpe im Wohnheizkreis zum bereiten von Warmwasser und heizen des Wohnraums während der Fahrt mit der Motorwärme.

Der Wohnheizkreis soll ein offenes System mit Ausgleichsbehälter an der höchsten Stelle (B-Säule links oben) werden. Gesteuert wird er erstmal nur mithilfe von einfachen manuellen Ventilen, da die beste Funktionsweise erst erprobt werden muss.

Warmwasser soll mit 10l Elgena Nautic-Compact M, mit Thermostat gegen zu heißes Wasser, erzeugt werden. Kommt unter die Sitzbank hinten.

Heizelemente:
  • kleine Konvektoren in den Fußraum vorn
  • Konvektor mit Lüfter zum schnellen aufheizen unter die Dinette.
  • kleinster Badezimmerheizkörper in die Nasszelle (zum Klamotten trocknen)
  • umlaufende Alurohre an den kompletten Außenwänden
  • flache Konvektoren an Hecktüren und Schiebetür
  • einfache Fußbodenheizung im Wohnbereich bis an den Wassertank (dient bei mir als Stufe zum Heckbett)
Grundsätzlich sollen erstmal alle Konvektoren, der Boiler und der Wärmetauscher in Reihe im Heizkreis sein. Außer Heizkörper Nasszelle und Fußbodenheizung, die parallel vorerst per einfachem Dreiwegeventil gesteuert werden sollem. Der Boiler soll per Bypass auch allein beheizt werden können.

Ich glaub ich zeichne für den Heizkreis mal bei Gelegenheit einen Plan zum besseren Verständnis.

Erwartete Probleme sind entweder häufiges Schalten der Heizung durch zu starke Temperaturschwankungen des Wassers oder gar Notabschaltungen durch zu hohe Rücklauftemperatur. Die Heizungen steuern über die Rücklauftemperatur des Wassers. Das gilt es dann in den Griff zu bekommen.

Wenn das dann soweit eingeregelt sein sollte, will ich mich gern an eine elektrische Lufttemperatursteuerung versuchen, die die Leistung der Heizung, den Lüfter des großen Konvektors und die einzelnen Ventile ansteuert. Nur der Heizkörper in der Nasszelle soll per Hand gesteuert bleiben.

Nun bin ich gespannt, ob ihr mich direkt für völlig verrückt erklärt oder vielleicht sogar Ideen oder gar Erfahrungen beisteuern könnt.

Gruß Thomas
Jumper, Franek, Radbot gefällt dies
#2
Finde ich gut sowas.

Allerdings sind die Wasserheizungen hörbar lauter als die Dieselluftheizungen.
Für die Innenraumwärmetauscher eignen sich PC Lüfter, da die schön leise laufen können.

Das Prinzip ist bei Expeditionsfahrzeugen auch nicht unüblich.

Grüße,
Arne
#3
Hi Thomas
Du hattest mich im anderen Threat gefragt, ob ich Probleme mit der Hydronik bezüglich zu hoher Rücklauftemperatur habe. Das kann ich verneinen. Meine Hydronik ist schon etwas älteren Datums und hat 5 KW Leistung. Selbst wenn ich im abgeschieberten Zustand nur den Boiler befeuere, läuft sie erst ne Weile auf Vollast und schaltet dann automatisch auf Halblast. Ich glaube, wenn der Kreislauf so ca 80°C erreicht hat. Das dauert aber ne Weile. Sie würde laut Beschreibung auch komplett abschalten, aber ich habe die Laufzeit an der Miniuhr eh auf 30 Minuten begrenzt.
Du hast da ein großes Heizungsprojekt vor dir. Ich glaube, bei den vielen Wärmeabnehmern, die du einbauen willst, solltest du da mit der Hydronik keine Probleme kriegen. Allerdings kenne ich die neueren Geräte nicht. Die sollen ja mit Elektronik vollgestopft sein.
Da ich die Heizung lediglich in der Übergangszeit Frühling oder Herbst brauche, und zusätzlich noch eine 230 Volt Zusatzheizung für Landstrom drin hab, wollte ich das ohne großen Aufwand machen. Der Nachteil der Standheizung ist allerdings der sehr hohe Stromverbrauch. Da sollte die Kapazität der Aufbaubatterie(n) schon ausreichend dimensioniert sein.

Gruß Wolfgang
#4
Danke für deine Einschätzung, Wolfgang. Das macht mir Mut.

Die Heizung soll Wintercamping ermöglichen, daher etwas aufwendiger. Der höhere Stromverbrauch ist einkalkuliert und bereits mit 360 Ah entsprechend vorgesorgt.

Ich überlege aktuell noch den Elgena Boiler mit den zwei Wärmetauschern (MM) zu nehmen. Ich erhoffe mir eine bessere Warmwasserbereitung im Sommer, wenn keine Heizung benötigt wird, indem ich die beiden Wärmetauscher in Reihe schalte. Nun hast du mich allerdings mit deiner Selbstbauvariante extrem angesteckt.

Ich muss nachdenken. Hab ja jetzt wieder Zeit bis Herbst. :blush:

Gruß Thomas
#5
Servus Thomas,

bin kein Heizungstechniker.....
aaaaaber......
SOLLTE die Rücklauftemperatur ein Problem sein....kann man recht einfach ein mech. Hausthermostat / Mischventil benutzen ( die mit Fühler und Flüssigkeitsfüllung) und den Warmwasserboiler als Puffer nehmen.

alternativ, el Thermoschalter, 10....8 Grad vor TAbschalt fährst Deine Motorblockförderpumpe via Relais an....dann verballerst die überschüssige Energie dort hin, immer noch besser als den Brenner zu oft schaltet..

VG
Michael
Andolini gefällt dies
#6
Über den Motorblock Wärme loszuwerden geht immer, das stimmt. Die Möglichkeit hab ich ja schon im Plan. Das Problem wird auch gar nicht das Aufheizen sein, sondern eher im "Temperaturhalten-Betrieb". Aber so genau wird sich das nicht voraussagen lassen. Ich muss es einfach mal umsetzen und vielleicht treten die Probleme ja gar nicht auf. ;)

Ich glaube der Boiler wird als Puffer zuwenig beitragen können. Da müsste man einen unötig großen nehmen, was dann wieder andere Probleme schafft ("schlechtes" Wasser, Gewicht....). :confused:

Gruß Thomas
#7
Hallo Thomas,

ja, wenn einen Temperaturschalter nimmst, an die Förderpumpe der Motorblockheizung anschliesst und den Fühler an den Rücklauf wird das ganz sicher funzen.
Kommt noch drauf an, ob die Blockheizung am Abgang oder beim Rücklauf abzweigst.
Solltest eigentlich gut erkennen können, an dem Temperaturgradienten....wenn er schön flach ist, wird es eher passen. Wenn steil, dann "einfach" die Kapazität erhöhren und damit mehr Ruhe ins System bekommen.
Andolini gefällt dies
#8
Hallo Thomas
Dein Projekt nimmt Formen an. An sich ist es zwar aufwändig, aber sicherlich machbar. Ich sehe dabei zwei Dinge, die Probleme machen können.
Das erste ist die Regelbarkeit des ganzen Systems. Ich habe allerdings nur Erfahrung mit meiner Hydronik D5WSC Baujahr 2005. Es könnte sein, dass die heutigen Baujahre eine andere Elektronik verbaut haben. Meine Eberspächer Hydronik regelt sich bei Erreichen einer Temperatur (ich glaube bei 80°C) auf halbe Leistung zurück und bei erreichen von ca 90°C geht sie in den Standbybetrieb. Das heißt, die interne Wasserpumpe läuft weiter aber der Brenner geht auf Standby. Er springt bei sinken der Wassertemperatur irgendwann selbstständig wieder an. Aber frag mich nicht, bei welcher Temperatur. Dieser extrem weite Regelbereich ist für deine Zwecke nicht wirklich nutzbar. Geregelt wird das Ganze über die Taktrate der Dieselpumpe. Wenn man an diese Steuerung rankäme, wäre eine nahezu stufenlose Temperaturregelung möglich. Das wäre der Idealfall. Vielleicht kann dir ja jemand bei Eberspächer einen Tip geben.
Das zweite Problem sehe ich darin, dass die Wassertemperatur bei in Reihe geschalteten Heizkörpern immer mehr abnimmt. Bei Konvektoren kommt dann beim Letzten nicht mehr viel an. Besonders viel Wärme nimmt ein Heizkörper mit Gebläse aus der Ringleitung. Es hätte aber auch einen Vorteil. Du kannst die Reihenfolge nach deinen Temperaturanforderungen gestalten. Dann würde eine Reihenschaltung Sinn machen. Bei einer Parallelschaltung ist ein hydraulischer Abgleich, wie in einer richtigen Warmwasserheizung, unerlässlich. Das heißt, jeder Heizkreis muss mit seinem Durchsatz so eingestellt werden, dass alle Kreise gleichmässig versorgt werden.
Ich würde noch etwas anders machen. Und zwar betrifft das die Trennung in zwei gesonderte Heizkreise mit Wärmetauscher als Verbindung. Da beide Heizkreise wegen der Wintertauglichkeit mit Frostschutzmittel befüllt sein müssen, sehe ich keinen Grund, die Kreise hydraulisch mit einem Wärmetauscher zu trennen. Ich würde die Hydronik weiter hinten unter dem Wohnbereich einbauen. Beide Heizkreise verbindest du mit Vor-und Rücklauf. Den Wohnheizkreislauf macht du mit einem Dreiwege-Ventil im Vorlauf absperrbar und leitest das Wasser wieder zurück zum Rücklauf. Somit kannst du nur den Wohnbereich heizen oder alles inclusive Motorvorwärmung. Da der Rücklauf der beiden Kreise immer miteinander verbunden ist, brauchst du kein zweites Ausdehngefäß und alle zusätzlichen Wasserpumpen sind überflüssig.
Genau so habe ich es gelöst und ich habe bisher noch nicht gemerkt, dass ich irgendwas falsch gemacht hätte. Im Gegenteil, während der Fahrt heizt sich die ganze Fuhre wunderbar durch die Motorwärme. Ich hab durch meinen Selbstbauboiler mit 25l Inhalt dann noch einen schönen Wärmepuffer und die Hydronik schaltet nicht so oft. Allerdings läuft bei mir nur ein eingebautes Heizkörperregister mit regelbarem Gebläse im Wohnbereich. Ich regele die Temperatur stufenlos mit der Drehzahl des Gebläses. Hab das Ganze letztens bei einer Hollandfahrt richtig ausgetestet und bin restlos zufrieden.
Gruß Wolfgang
Andolini gefällt dies
#9
Bei der aktuellen Eberspächer Hydronic lassen sich die Schalttemperaturen programmieren. :thumbsup:

Das mit den getrennten Heizkreisen überlege ich mir nochmal. im Notfall könnte ich ja auch über zwei Kugelhähne absperren um die Fahrtüchtigkeit nicht zu gefährden. Die Hydronic kommt aber auf jeden Fall in den Motorraum. Da gibt es einen vorgefertigten Einbauplatz auf dem linken Längsträger. Im Winter will ich die Abwärme für den Motorraum oder im Sommer will ich Abwärme eben nicht irgendwo unterm Wohnraum. Auch ist der Motorraum gut lärmgedämmt.

So richtig in Reihe kommen die Heizkörper und Konvektoren ja gar nicht alle. Ich will einen Ring an den Wänden entlang und daran dann zusätzliche Heizkörper und Fußboden parallel mit erstmal nur mit einem Kugelhahn steuern. Je weiter ich den zu drehe, desto mehr läuft durch den parallelen Heizkörper oder Fußboden. Evtl. teste ich da dann auch mal ein Thermostat anstelle des Kugelhahns. Ich muss den Heizplan mal aufzeichnen zum besseren Verständnis.

Das am letzten Wärmeverbraucher zu wenig ankommt, glaube ich nicht. 5 KW müssen erstmal verbraten werden. Die Heizleistungen sind ja immer angegeben. Damit kann man ganz gut rechnen.

Noch ist alles nur graue Theorie.

Gruß Thomas
#10
Es wird kälter und das Projekt gelangt vom Hinterkopf wieder in den - nach vorn halt.

Es muss auf jeden Fall ein getrennter Wohnheizkreislauf werden, der mit Wärmetauscher an den Motorkühlkreislauf angebunden wird. Der Grund ist der Badheizkörper in der Nasszelle. Der wird definitiv höher als das Ausgleichsbehälter im Motorraum und das darf nicht sein. Also kommt ein extra Ausgleichsgefäß höher als der Badheizkörper in den Wohnheizkreislauf.

Die Tage zeichne ich den ersten Entwurf des Heizplans. Als alternative Heizung zur Eberspächer Hydronic hab ich mir die [Externer Link für Gäste nicht sichtbar] vorgemerkt. Die soll sich sehr gut programmieren lassen.

Gruß Thomas