Forum für Camper-Selbstausbauer!

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von Arndtinho
#1
Hallo zusammen,

aufgrund unseres (bisher erstellten) Layouts, ergibt sich eine Sonderform (Trapez) für die Nasszelle/Dusche. Es gibt zwar Duschtassen, aber die passen alle maßlich nicht. Ich habe mich darüber mit einem befreundeten Fliesenleger unterhalten und er brachte nun eine komplett neue Idee ins Spiel:
Ein Duschelement aus XPS, welches mit Dichtvlies beschichtet ist. Dies wird passgenau eingestzt, abgedichtet und mit Vinyl beklebt. Er hat so das ein oder andere Bad gemacht. Er ist sich aber nicht sicher, ob man das auch so in einen Van umsetzen kann. Für die Duschwände wird (Stand jetzt) Aludibond zum Einsatz kommen.
Hat jemand von Euch Erfahrung mit so einer XPS-Lösung?

Viele Grüße
Sven
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von Der Toto
#2
Hallo Sven,

ich glaube Martin @mwrsa hat es so gemacht, allerdings mit Epoxy und Glasfaser beschichtet.

Liebe Grüße

Thorsten
#3
@Der Toto danke für die Antwort. Ich glaube ich habe so etwas schon mal gelesen. Klingt aber nach einer ganzen Menge (Mehr-)Aufwand. Oder irre ich da?
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von Der Toto
#4
Hallo Sven,

keine Ahnung, ob es tatsächlich so viel mehr oder gar weniger Aufwand ist. Bei beiden Versionen ist die XPS-Form der Dusch ja schon vorhanden. Bei der Epoxy/Glasfaserversion würdest Du anschließend die Glasfaser mittels Epoxyharz auf die Form aufbringen und dann anschließend geeignet lackieren. Falls die Wände der Duschwanne senkrecht auf dem Bodenteil stehen und nicht über abgerundete „Ecken“ verfügt, müsstest Du dort zuvor ein Hohlkehle anbringen, da scharfe Nach innen führende Knicke mit Glasfaser nicht vernünftig ausgeführt werden können. Diese Hohlkehlen stellt man aber recht einfach mit eingedicktem Epoxyharz her. Insgesamt finde ich ist es kein großer Aufwand. Bei der Beschichtung mit Vlies würde ich vermuten verhalt es sich ähnlich. Dann wirst Du nicht lakieren, sondern Venyl aufbringen. Da stelle ich persönlich mir vor, dass der Aufwand ein optisch und auch dichtmässig gutes Ergebnis zur erzielen aufwändiger als ein Lackierung ist.
Wir haben unsere Duschwanne auch selbstgebaut und ich würde es wohl auch wieder so machen. Wir haben bei uns allerdings erst (in Kurzfassung) eine Negativform aud Styrodur gebaut und von dieser dann mit Epoxy und Glasfaer die Duschwanne abgeformt. Der Vorteil hierbei ist meiner Meinung nach zum einen das einfachere Herstellen der Form. Aussenrundungen lassen sich nun mal leichter mit Schleifklotz herstellen als Innenrundungen. Und zu anderen das bessere zu erzielende Finish. Zumindest in der Theorie, so ganz perfekt ist es nicht geworden denn ich habe das zum ersten mal gemacht. Der Bau der Dusche hat sich bei uns über einen Monat hingezogen. Das war aber überwiegend nur Wochenendarbeit und schließt auch Materialversuche und damit einhergehend Zeit für Neubeschaffungen ein. Spaß gemacht hat es trotzdem und gelernt habe ich dabei auch was 😊

Liebe Grüße

Thorsten
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von mwrsa
#5
Ich habe bereits Version 2.0 installiert. Der erste Versuch war schon durchaus gebrauchsfähig und definitiv ansehnlich, aber ich hatte erstens statt eines Ablaufs eine Art Mulde laminiert, in die ich eine Tauchpumpe für das Schmutzwasser versenken wollte (weil ich einen innenliegenden Abwassertank habe). Nun gibt es aber aus dem Yachtbereich verschiedene gute Schmutzwasserpumpen, davon wird es eine werden.
Zweiter Nachteil war die Fertigung. Ich hatte im ersten Anlauf mit einer Negativform gearbeitet, und dadurch war die Unterkonstruktion ein elendiges Gebastel. Zwei Lagen GFK waren auch zu weich, das hat die Ferse ins XPS durchgedrückt. Mit einer dritten Lage GFK sieht das schon ganz anders aus, da gibt nix mehr nach bei meinen zarten knapp 100kg, und dank der Positivform konnte ich die Form gleich als Unterkonstruktion drunter lassen.

Thorsten @Der Toto hat's auch schon ganz richtig erfasst: Die Hohlkehlen wären theoretish das größte Problem. Praktisch habe ich die vollkommen simpel gelöst:
Wenn man häufiger Silikonfugen zieht, hat man ein wenig Gefühl für solche Hohlkehlen in den Fingerspitzen. Ich habe also die Form halbwegs eckig ausgearbeitet und dann die erste Lage GFK mit feinfühligen Latexhandschuhen mit den Fingerspitzen in Form gedrückt. Das ging erstaunlich einfach, ich musste lediglich drauf achten, dass ich nicht auf einer Seite wieder das Gewebe wegziehe, während ich die gegenüberliegende Seite in Form streiche.
Alle weiteren Lagen sind dann vollkommen harmlos, weil die ausgehärtete erste Lage gut die Form vorgibt. Ein paar Gramm spart das auch noch, weil zwischen Gewebe und XPS nicht mit Harz ausgefüllt ist, sondern da bleibt Luft. Stört in den Ecken aber auch keinen, drei Lagen überbrücken das locker, und auf dem Zentimeter im Eck steht auch keiner.
Als Abschluss nach drei Lagen und ordendlich Schweiß beim schleifen kamen dann Grundierung und Decklack in Fahrzeugfarbe druff, das Zeug war noch da (VW Crafter 902 = RAL 9002), und ist als Industrielack von Mipa reichlich widerstandsfähig.

Abgedichtet habe ich dann den Einbau mit Würth Klebt&Dichtet Power, das hatte ich noch da und hat sich bei mir bewährt.

Den Zeitaufwand hatte ich auch schon mal irgendwo beschrieben, genau weiß ich den jetzt nicht mehr. Das Form schnitzen braucht am längsten, laminieren dauert nur wegen der Trocknungszeit so lange, aber schleifen ist nochmal ein Krampf... wenn's schön aussehen soll.
#6
Hallo @Der Toto und @mwrsa

vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten. Da bisher auch noch kein „das wird nicht funktionieren“ kam, habe ich ein wenig recherchiert und einen Anbieter gefunden, der mir das Duschelement komplett fertig (inkl. Abfluss und Dichtvlies (mit Überlappung zum Verkleben an den Seitenwänden) und auf meine benötigten Maße zugeschnitten, liefert. Ich brauche das „nur“ einbauen und mit dem „Topping“ meiner Wahl finishen.

[Externer Link für Gäste nicht sichtbar]

Das klingt zumindest von der Theorie her nicht so schlecht.
Ach ja, aus dem Trapez habe ich ein Fünfeck gemacht. Bringt ein paar Zentimeter mehr Platz in der Nasszelle.

Viele Grüße
Sven