Forum für Camper-Selbstausbauer!

Für angedachte, geplante, halbfertige und fertige Wohnmobilausbauten.

Dämmung und Verkleidung im Innenraum
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#1
Hallo,

was verwendet die Firma Kabe in dem neu vorgestellten Mercedes Sprinter Kastenwagen zur Dämmung?

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat man die Hohlräume mit Pallets ausgefüllt. Diese sollen eingeblasen worden sein.

Mich würde wirklich interessieren was da genau verwendet wurde.

Gruß Holger
#2
Ich hätte ja sofort "interessant" gerufen. Nur leider liegt der empfohlene VK bei 95k€ und fast noch schlimmer, die zGm bei 4,1t. Wobei, wenn ich die Kohle für die Kiste hätte, fiele sicherlich auch der LKW- Führerschein ganz nebenbei mit ab.

Zum Thema Dämmung, da erfährt man ja schier gar nichts. Da wirst du mal all dein Schwedisch zusammenkratzen und beim Hersteller anfragen müssen :smile:
#3
Ich kann da auch nur raten: Aus meiner Sicht kommen da besonders zwei Dämmstoffe infrage. Einerseits PUR mit guten Dämmwerten oder deutlich schlechter in Bezug auf Dämmung, dafür aber natürlich, Seegras. Jede Einblasdämmung setzt eine perfekt funktionierende Dampfsperre/-bremse voraus, wobei ich im Auto eher zu Sperre tendiere. Im Falle einer Sperre hat man von dem natürlichen Baustoff allerdings nichts, außer einer besseren Ökobilanz (bei den Größenordnungen vernachlässigbar). Ich halte es, gerade für Wintercamper, für gefährlich, da beim Einbau der Dampfsperre häufig Fehler passieren, was Folgeschäden (Schimmel/Rost) nach sich zieht. Nicht ohne Grund gehört das verlegen einer Dampfsperre auf dem Bau zu den besonders überwachungsintensiven Aufgaben in der Bauüberwachung.
#4
jj79 hat geschrieben: vor 11 Monate Ich halte es, gerade für Wintercamper, für gefährlich, da beim Einbau der Dampfsperre häufig Fehler passieren, was Folgeschäden (Schimmel/Rost) nach sich zieht. Nicht ohne Grund gehört das verlegen einer Dampfsperre auf dem Bau zu den besonders überwachungsintensiven Aufgaben in der Bauüberwachung.
Hallo Joscha

Könntest Du mir mal eben für fünfjährige (Stichwort Sendung mit der Maus) erklären worauf bei Dampfsperre/-bremse zu achten wäre? Ich möchte keines von beidem, aber ich möchte am Ende nicht durch eine fehlerhafte Isolation meinerseits -unbeabsichtigt- eine fehlerhafte Dampfsperre/-bremse haben und den Schimmel förmlich herausfordern.

Ich habe bisher die Flächen mit Armaflex 19mm beklebt und denke nun über Holme/Rahmen nach. Eigentlich hatte ich vor alles mit Armaflex zu bekleben und an den Schnittstellen, Ecken und Kanten ein Sperrband aufzukleben. Damit wäre im Prinzip ja alles dicht. Ist mein Plan eher kontraproduktiv?

Vorab schon mal Danke für Deine Mühe.
#5
in Kurzform (für Zehnjährige)
  • warme Luft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, das ist dann Wasserdampf, den man nicht sieht
  • Menschen produzieren immer Feuchtigkeit im Wohnmobil
  • an kalten Flächen (Blech) kondensiert Feuchtigkeit, Blech wird nass, Blech kann rosten
  • eine Dampfsperre verhindert, dass der oben genannte Wasserdampf bis zum Blech gelangt
  • eine Dampfbremse reduziert die Menge an Wasserdampf, die zum Blech gelangt
  • Armaflex ist Dämmung und wirkt gleichzeitig als Dampfbremse
  • Dampfbremsen müssen immer auf der warmen, feuchtigkeitsbefrachteten Seite der Dämmung liegen
  • Dampfbremse-/sperre funktioniert nur dann sicher, wenn sie luftdicht ist
  • Löcher in Dampfbremsen sind besonders schlimm, wenn ein Luftzug von warm nach kalt entsteht
#6
windrider hat geschrieben: vor 11 MonateDampfbremse-/sperre funktioniert nur dann sicher, wenn sie luftdicht ist
...und genau aus diesem Grund hab ich erst gar nicht versucht die Dämmung so zu gestalten, dass sie sicher luftdicht ist. Ich hab schlicht den Aufwand und die Mühe gescheut. Und in der Vermutung, dass ich diese luftdichte Hülle irgendwann verletzen werde (neuer Durchbruch für irgendwas, Schraublöcher, etc...), wird dann die Sache erst recht verschlimmert. Denn durch die ungewollten Löcher kommt mit der Zeit gut Feuchtigkeit rein, aber durch den schlechten Luftaustausch eben seeehr langsam wieder raus (so meine Annahme). Daher bin ich den gegenteiligen Weg gegangen und hab erst gar nicht über die Holme gedämmt, so dass durch die doch recht zahlreichen Öffnungen ein ausreichender Luftaustausch stattfinden kann, um das evtl. entstehende Kondenswasser auszutrocknen. Ob's dann die richtige oder falsche Vorgehensweise war, wird sich hoffentlich erst in zig Jahren bzgl. Rost oder Gammel zeigen...
Grüße, Armin
VW LT 35 gefällt dies
#7
windrider hat geschrieben: vor 11 Monate in Kurzform (für Zehnjährige)

Danke Manfred, da komm ich jetzt mit :-)
#8
Da häufig nicht das Zusammenspiel zwischen Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit geläufig ist habe ich mal eine Grafik angehängt zur Verdeutlichung. Auf der rechten Grafik sieht man z.B. Das der Wassergehalt bei einer üblichen Zimmertemperatur von 20 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit etwa 10g pro qm beträgt. Senkt man die Temperatur nun auf 0 Grad sind es deutlich unter 0,5g die die Luft bei gleichbleibender relativer Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann, die restlichen 9,5g kondensieren.

Der Ansatz von @avofix ist gut - man kann Häuser (und Autos) auch kaputt dämmen. Lieber Kondensation an Stellen in Kauf nehmen die gut abtrocknen können.
Dateianhänge
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Von Wikipedia - keine Copyrightverletzung ;)
w112 gefällt dies
#10
VW LT 35 hat geschrieben: vor 11 MonateZusätzlich darauf geachtet das alle Ablauflöcher nach unten offen sind....
genau das ist noch ein Punkt, der bei mir Fragen aufwirft: in den luftdicht gedämmten Kästen sind die Ablauflöcher in den Längs-Seitenholmen unten ja offen und da spritzt ja auch lustig die Gischt bei Nassfahrten rein. Also kommt die Feuchtigkeit ja prinzipiell in alle Holme bis unters Dach, da die alle miteinander offen verbunden sind. Wie sieht‘s denn da mit der (fast eingeschlossenen) Feuchtigkeit aus? Richtet die nicht auch mit der Zeit evtl. Schaden an?