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von Gietta
#1
Ich möchte jetzt auch einmal meinen seeehr simplen und handwerklich unterirdischen Vivaro vorstellen.
Die nüchternen Daten: Opel Vivaro B Kombi (9-Sitzer) von Juni 2015. 88 KW Leistung, und abgesehen von einer starren Anhängerkupplung keine sonstigen Extras.
Nachgerüstet wurde zu allerst mein Campernavi mit Rückfahrkamera. Die ist Gold wert. Auch wurden die hinteren zwei Sitzbänke rausgeschmissen. Zu der Zeit, als wir ihn gekauft haben, hatten 3 meiner Kinder noch keinen Führerschein und ich musste mich so einrichten, dass ich die Einrichtung jederzeit rausnehmen und die Sitzbänke wieder installieren konnte.
Nach dem ersten gefrorenen Winter wurde eine Planar Dieselheizung unter der Beifahrerbank verbaut. Hinter dem Fahrersitz war dann an der gesamten Längswand der Sattelschrank mit einer Tiefe von ca. 60cm. Die ersten 60cm hinter dem Fahrersitz dienten als Vorratschrank und unten drunter stand das Portapotti. An der Schiebetürseite hatte ich eine Bank von 40cm Breite und ca. 180cm Länge, an der ich seitlich noch einmal ein hochklappbares Brett angebracht hatte, so daß ich dann eine Liegefläche von knapp 80cm Breite hatte. Das war mit 5cm Schaumstoff gepokstert und zum schlafen kam dann noch einmal eine selbstaufblasende Isomatte mit 7,5cm Dicke drauf. Der Stauraum unter dem Kasten wurde für Bettzeug, Reisetasche, und Wasserflaschen genutzt.
Zum Essen und arbeiten habe ich eiben schmalen Klapptisch von Obelink genutzt, der zwischen Bank und Sattelschrank passte.
Die Bank war nur mein Bett für den Winter oder extrem schlechtes Wetter, von Frühjahr bis in den späten Herbst habe ich es vorgezogen, unser Dachzelt von Ocean Cross zu nutzen.
Die hinteren Fenster habe ich alle mit blickdichter schwarzer Folie bekleben lassen, ich war nicht erpicht darauf, daß jeder sehen kann, was ich im Auto transportiere oder daß ich darin schlafe.
Damals hatte ich neben bis zu 9 Sätteln und Zubehör dabei: Bettzeug, Klamotten, Essen, Gaskocher, Hund, Hundefutter, ca. 9l Wasser, Kochgeschirr, Essgeschirr, Klapptisch, Waschschüssel. Die längste Zeit die ich am Stück damit unterwegs war, war eine ganze Woche und das ging ganz gut.
Dann kam aber die Zeit, als meine Kinder selbstständig wurden, Führerschein und Auto hatten. Ich entschloß mich, das Auto noch einmal umzubauen. Den Sattelschrank hinten über die Breite einzubauen und im vorderen Bereich meine "Wohnung". Und Solar aufs Dach.
Das Auto hat eine Laderaumlänge von ca. 2,54m und eine Breite von 1,66m. Hinten gehen um die 65cm für den Sattelschrank weg. incl. Trennwand und Meßtoleranz ca. 70cm. Ergo habe ich eine verbleibende Länge von vielleicht noch realistischen 185cm.
Was wollte ich da nun alles drinnen haben? Ein festes Bett, ganz klar. Stauraum für meine Kleidung, so daß ich nicht immer alles in die Reisetasche stopfen muß. Ein Klo. Einen Tisch. Einen Schrank für Vorräte, Eß- und Kochgeschirr. Einen Kühlschrank. Später kam noch der Wunsch nach einem Waschbecken mit fließendem Wasser dazu.
Ich habe zuerst den Versuch unternommen, bei einem gewerblichen Ausbauer ein vernünftiges Angebot zu bekommen. Der Plan, der mir da unterbreitet wurde, war für mich aber nicht überzeugend und dafür viel zu teuer. Also doch selber machen.
Vorweg: Ich habe keine Bilder der Ausbauschritte. Das Auto ist nicht isoliert, die Wände sind nicht verkleidet. Man kann problemlos jederzeit die Inneneinrichtung ausbauen und Sitzbänke reinmachen (so man noch passende findet. Unsere haben wir entsorgt, die waren irgendwann schimmlig und sehr verschmutzt). Benötigt habe ich für die Endversion vielleicht Wochen, da ist die Zeit eingerechnet, die er beim Einbau der Solarpaneele war. Ab und zu habe ich auch noch einmal Dinge geändert, Teile wieder rausgenommen und neu gestaltet. Ich bin kein Handwerker und habe bestimmt eine Leistung abgeliefert, bei der jedem, der da etwas beschlagen ist, die Haare zu Berge stehen. Ich habe mit ungeeignetem Werkzeug gearbeitet, etliche Bits und Sägeblätter geschrottet, meinem Mann den letzten Nerv geraubt und bin jetzt unglaublich stolz auf das, was da krumm und schief in meinem Auto steht. Aber es wackelt nicht und ist sehr massiv und stabil (nein, ich bin bisher nicht auf die Waage gefahren :sweat_smile:)
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Kleiderschrank
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Klohäuschen
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Batteriekasten
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Spülbecken
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Unter der Spüle
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Dieselheizung und Schuhschrank
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Küchenschrank
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Nachttisch und Klohäuschen
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Meine Wohnung.
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Der Sattelschrank.
Nordwind gefällt dies
von Gietta
#2
Und weiter geht es:
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"Hängeschrank" gibt es auch
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Licht habe ich auch
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Die selbstgebastelte Toilette
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Klapptisch unterm Waschbecken montiert
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Hundeleine
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Waschbecken und Küchenschrank
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von saniwolf
#3
Hallo Susanne,

bei soviel Sätteln, wo sind die Pferde? Hier mit Esel ...

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Mit Gruß aus Unterfranken

Wolf
Nordwind gefällt dies
von Gietta
#4
Hallo Wolf, die Pferde stehen in ganz Deutschland und darüber hinaus :grinning: . Das sind ja die Kunden, weswegen ich den Aufwand treibe. Mein eigenes Roß steht im Stall, ca. 18km von hier.
Auf dem Bild haben wir gerade Spaß in Malaysia, da war er noch jung und knackig.
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von savon99
#5
Och, als ich den Tiitel gelesen habe habe ich ein Sattelwohnwagen mit einem Vivaro als Zugmaschine erwartet. :slight_smile:

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von Gietta
#6
Oha, das ist einige Nummern zu viel für mich :grinning: . Nein, der Vivaro ist mein Geschäftswagen und ersetzt mir einfach das Hotel.
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von ChrisChris
#7
Hauptsache es funktioniert! Aber klar, besser geht immer. Deshalb wird der nächste Ausbau auch viel schöner. :laughing:
Bekommst du da hinten wirklich 12 Sättel rein? Das sieht schon arg eng aus. :innocent:

Ich überlege, irgendwann an meinen Wagen eine Anhängerkuppung zu installieren, denn mein PKW ist schon älter und die neuen ziehen nicht mal mehr ein Pferd, weil wegen dem Klima und den neuen Vorschriften die Zuggewichte gnadenlos runtergesetzt wurden. Nur habe ich den im Notfall dann zu Hause vor der Tür stehen und nicht am Stall. Wobei mir einfällt, das der TÜV für den Hänger diesen Monat fällig ist. :dizzy_face:

Chris
von Gietta
#8
Ja, wenn ich quetsche, gehen da 12 Sättel rein. Aber eigentlich habe ich normalerweise nur max. 9 dabei. Wenn ich ausliefere, nehme ich die auch im Wohnraum mit und packe die für die Übernachtung dann auf die Beifahrerbank.
Der Vivaro hat ja eine Hängerkupplung, 2t darf er. Wobei das eigentlich Blödsinn ist, da der Hänger alleine ja schon locker 800kg auf die Waage bringt. Und ein durchschnittliches Warmblut kann man gut mit 600-650kg veranschlagen. Im Prinzip wäre einer mit mindestens 2,5t Anhängelast deutlich besser. Macht aber nichts, weil ich selten Pferde fahre. Und wenn, dann meistens nur eines oder eben kurze Strecken. Das packt er schon. Mit dem Pferdehänger fährt er auch deutlich "leichtfüßiger" als mit dem Wohnwagen. Wobei der Pferdehänger mit einem Pferd bestimmt schon schwerer ist als der Wohnwagen. Wird aber wohl durch die Breite und die Form verursacht, so ein Wohnwagen bietet vorne doch deutlich mehr Fläche und das bremst.