Forum für Camper-Selbstausbauer!

Für angedachte, geplante, halbfertige und fertige Wohnmobilausbauten.

Tagebücher die den Camperausbau beschreiben
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#1
Hallo zusammen,

nach längerer Zeit des stillen Mitlesens, will ich jetzt doch den Schritt gehen und mein Projekt teilen. Neben Youtube sind Foren, wie dieses hier, die ertragreichsten Informationsquellen, wenn es um den Selbstausbau geht. Ich möchte also mit der Vorstellung meines Projekts auch Informationen, Wissen, Learnings und Inspiration für andere teilen.

Die Idee
Die Idee ist vor ziemlich genau einem Jahr, Anfang 2021, geboren. Nach der anfänglichen Recherche sollte es ein 6m Ducato werden. Dafür entschieden hatte ich mich aufgrund des solideren Motors im Gegensatz zu den Problemen, die man von den Ford Motoren der Citroens und Peugeots hört. In der Zeit war der Markt schon sehr angespannt und es gab entweder Fahrzeuge reif für den Schrottplatz oder überteuerte Angebote.

Unsere Anforderungsliste sah etwa so aus:
  • Fiat Ducato L4H2 (heavy)
  • kein Bauunternehmen oder Versanddienstleister
  • Klima
  • Rückfahrkamera
  • ca. 100.000km

Geworden ist es:
  • Fiat Ducato L4H2 light
  • 1. Hand von einem Geflügelhof (Wochenmärkte)
  • Klima
  • ohne Rückfahrkamera und Tempomat
  • 110.000km
  • Ende 2016
  • Checkheft, frisches Öl und Zahnriemen
  • ziemlich ordentlicher und gepflegter Eindruck

Die fehlende Rückfahrkamera und Tempomat waren nach der langen und anstrengenden Suche auf einmal kein Problem mehr. Wichtiger war uns ein gutes Gefühl mit dem Basisfahrzeug. Der Rest kann und wird nachgerüstet. Die Variante L4H2 als Heavy war auch relativ schnell vom Tisch, weil es die einfach so gut wie gar nicht gibt.
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Konzept
Das Konzept haben wir Schritt für Schritt in vielen Skizzen entwickelt. Inspiration gabs hier aus dem Forum, von Youtube und Pinterest. Uns war es wichtig vor Beginn des Ausbaus eine gute Vorstellung vom Layout zu haben, um später Änderungen und damit verbundenen Ärger zu vermeiden. Unsere festen Vorgaben und Merkmale, die erfüllt werden sollen, führten zu einem relativ klassischem Layout.
  • Fahrer- und Beifahrersitz drehbar
  • zwei weitere eingetragene Sitzplätze
  • Fahrradschublade im Heck (Vorderrad ausgebaut)
  • Dieselheizung
  • Gaskocher
  • Querbett
  • hoher Autarkiegrad
Besonders die Fahrradschublade erweist sich jetzt im Nachhinein als maßgebend. Die Räder sind mit demontiertem Vorderrad auf jeden Fall länger als das geplante 140cm Querbett. Daraus ergibt sich dann der komplette Ausbau nach Vorne und bestimmt, wie viel Platz für Küche und Kommode noch bleibt. Wie ihr später sehen werdet, haben wir das Grundlayout nicht verändert, aber Details, wie die Bettkonstruktion verändert und die Hängeschränke weggelassen.
Skizzen Layout
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Wichtig war auch die Elektroplanung im Vorfeld des Ausbaus, da von diesen Merkmalen erstaunlich viel abhängt. Die passende Anzahl an Leerrohren müssen recht früh ins Auto eingebracht werden. Vergisst man hier wesentliche Bauteile, wird es im Nachgang sehr aufwändig.
Skizzen Elektro
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In den kommenden Tagen erweitere ich das Thema um die Abschnitte, die ich bereits fertiggestellt habe.

Liebe Grüße,
Niklas
Skyvan, Popeline, Andolini und 1 andere gefällt dies
#2
März 2021

Die Bodenplatte sah noch akzeptabel aus und besteht aus 9mm Siebdruck. Kein Grund zum handeln und der erste Posten, bei dem viel Geld eingespart werden konnte. Unter der Bodenplatte hielt sich der Schmutz in Grenzen. Auch hinter den Verkleidungsteilen vor den Seitenwänden war nur Staub und etwas Dreck. Ich habe also lediglich einmal feucht durchgewischt und ein paar Scheuerstellen mit Rostschutzfarbe bepinselt.

Gleich zu Anfang bin ich zu Wohnmobil Heinrich gefahren, um den Gurtbock und den Radkastentank abzuholen (später mehr). Der Gurtbock steht nach dem Gutachten auf den mitgelieferten Hülsen und wird von unten verschraubt. Die Lücke wird mit 30mm XPS gedämmt.
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Nach der Unterkonstruktion aus Dachlatten mit 28mm Höhe, haben wir die 30mm XPS-Platten zugeschnitten und mit PU-Schaum eingesetzt. Etwa in der Mitte des Fahrzeugs haben wir Leerrohre für Strom und Wasser von Links nach Rechts in die Unterkonstruktion eingebaut. Die Wasserversorung wurde zu späterem Zeitpunkt wieder zurückgebaut, da sich die komplette Wasserversorgung nun auf der Beifahrerseite befindet. Zum Schluss kommt die Siebdruckplatte wieder drauf.
In die Holme der Seitenwände und vom Dach habe ich Blindnietmuttern eingesetzt, um eine vernünftige Befestigung der UK gewährleisten zu können.
Netter Nebeneffekt: Küche und Kommode, sowie die Möbel unter dem Bett kann ich super stabil mit der Karosserie verbinden.
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Die Seitenwände und das Dach haben wir mit 19mm Insul Roll XT gedämmt. Zwischenräume und Holme haben wir teilweise mit Schafswolle ausgestopft. Anfangs war es mein Wunsch, kein Styropor oder Armaflex und ähnliches zu verwenden und auf natürliche Dämmstoffe zu setzen. In die engere Auswahl kamen zum Beispiel Holzfaserdämmplatten. Letztendlich hat die Insul Roll Dämmung doch den Zuschlag bekommen, weil die Anbringung wesentlich einfacher und sauberer ist. Ich will das Thema nicht zu groß aufmachen, da es hier einfach nicht die eine beste Lösung gibt und sich die Leute an anderer Stelle genug darüber streiten. Den Kastenwagen bekommt man einfach nicht perfekt gedämmt. Von der Vorstellung muss man sich einfach irgendwann lösen.
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Als nächstes folgen die Arbeiten zu den Seitenfenster und Dachhauben.

Grüße,
Niklas
Andolini gefällt dies
#3
Hallo Niklas,

Deine XPS-Platten am Boden sehen auf den Bildern aber eher aus wie gewöhnliches Styropor, oder täuscht das? Warum hast Du die eingeklebt? Hältst Du damit auch die Lattung in Position? Auf den Bildern sieht es so aus, als wären die nur lose aufgelegt und dann beim Einlegen des Styropors teilweise mit unterschäumt.

Liebe Grüße

Thorsten
pyrotitti gefällt dies
#4
Hi Thorsten,

es sind natürlich EPS Platten, also ganz normales Styropor. Die Lattung ist geklebt und die Styroporplatten sitzen recht straff zwischen der Lattung. Der Schaum füllt Hohlräume auf, da sich die Styroporplatten ja nicht so schön an den unebenen Boden anpassen. Das Quellverhalten ist recht extrem, sodass man mit der Menge aufpassen muss.
#5
Hey,

wenn ich "Schaum" im Camperausbau-Kontext lese wird mir im ersten Moment immer kurz anders.
Du wirst bestimmt sichergestellt haben, dass der verwendete Schaum keinerlei Feuchtigkeit aufsaugen wird, daher wird es wohl passen.

Die D-Säule scheinst du mit irgendwas ausgefüllt zu haben.
Ich würde keinerlei Holme mit irgendwas füllen, sondern die Holme mit AF überkleben. Die somit eingeschlossene Luft ist ein besserer Dämmstoff als was man so reingestopft bekommt.

Ansonsten sieht das doch alles sehr gut aus
#6
Hi,

der Schaum ist auch für solche Einsätze geeignet und wird ansonsten unter anderem zum Abdichten von Fenster und Türen verwendet. Streng genommen ist Styropor auch nicht ganz ideal, weil das Material auch Wasser ziehen könnte. Nebenbei: Die großen Ausbauer unterschäumen ihre Bodenplatten nach dem gleichen Prinzip.
Wie gesagt, ich will ums Thema Dämmung keine große Welle machen. Die Luft ist nur ohne Luftwechsel bzw. -bewegung ein guter Isolator. Das sehe ich in einem Kastenwagen einfach nicht gegeben.

Was würde ich im Nachhinein anders machen? Das Alubutyl ist in Verbindung mit Armaflex unnötig. Die 20kg und das Geld kann man sich locker sparen. Höchstens in den Türen vorne und den Hecktüren lohnt es sich, damit die beim zuschlagen nicht ganz so blechern klingen.
Reisewölfe gefällt dies
#7
Da hast du vollkommen recht mit dem Alubutyl. Das haben im Forum schon viele festgestellt. Mal sehn wann das bei YouTube, Insta und Fazebook ankommt. ;)

Kondensat unter der Bodenplatte wirst du eher nicht haben. Aber Wasser geht schneller als man denkt. Da musst du von oben deinen Boden gut abdichten, dann ist das Styropor schon in Ordnung. :thumbsup:
Niggels, Reisewölfe gefällt dies
#9
April 2020

Paralell zu den Dämmarbeiten mussten die Fenster ins Auto eingebaut werden. Wir haben uns für zwei Carbest RW Compact in 900x500mm, einen MaxxFan, eine Mini Heki Dachluke und zwei Mal Festverglasung für die Hecktüren entschieden.

Die Carbest Ausstellfenster hätte ich gerne in 900x450mm gehabt. Zu dem Zeitpunkt gab es aber keine Chance diese in einer annehmbaren Lieferzeit zu bekommen. Die 500mm Höhe passen zwar in die Schiebetür und in das Seitenteil hinter der B-Säule, sind aber grenzwertig. Der Abstand zum Boden beträgt nur noch etwas über 90cm. Dann wird es bei einem Podest in der Dinette oder bei einer etwas höheren Küchenzeile schon knapp. DIe Qualität ist in Ordnung und uns gefällt die dunkle Tönung. Die Befestigung am Innenrahmen ist eine Katastrophe.
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Der MaxxFan ist ein echtes Goldstück und wird uneingeschränkt weiterempfohlen. In Verbindung mit der Mini Heki Luke im Heck entsteht ein schöner Luftzug. Auf amerikanischen Youtubekanälen sieht man oft, dass zwei MaxxFan verbaut werden. Das ist total unnötig, da die Luft, die vorne rausgepustet wird logischerweise irgendwo nachströmen muss.
Der MaxxFan passt beim Ducato ohne störende Sicken recht weit vorne in das erste Dachelement. Bei der Montage der Mini Heki Luke habe ich die Sicken mit zugesägten Kunststoffplatten aufgefüllt, die ich zuest auf das Dach gesikert habe. Anschließend kam das MIni Heki mit ausreichend Dekaseal in den Ausschnitt.
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Die beiden Festglaselemente im Heck sehen von außen schick aus und bieten auch einen guten Sichtschutz. Wer hier auf venünftiges Einbaumaterial (Scheibenkleber und Kartuschenpresse) achtet, hat keine Probleme.
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Der Dachträger ist auf das Auto gekommen, um das große 400Wp PV Modul, eine Markise und die Außenbeleuchtung aufzunehmen. Am Auto adaptiert sind die 40er Aluprofile über acht Pilzkopfhalter. Untereinander verschraubt sind sie über sogenannte Automatikverbinder. Aus meiner Erfahrung heraus ist das die stabilste und sicherste Verbindungsform. Das PV Modul ist so platziert, dass ich später beifahrerseitig noch lange Sachen transportieren könnte.
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#10
@Niggels

... jetzt, wo ich deine Bilder sehe, glaube ich, dass ich in der Box meines Sohnes auch Carbest Fenster verbaut habe. Die Winkel zum Verschrauben fand ich auch grenzwertig. Daher haben wir uns entschieden, die nicht zu verwenden. Wir haben aus Kunststoff extra der Form angepasste Teile gefertigt und die verwendet. Ich bin doch nicht denen ihr Depp und verwende jeden Schrott :zany_face:

Mit Gruß aus Unterfranken

Wolf