Forum für Camper-Selbstausbauer!

Für angedachte, geplante, halbfertige und fertige Wohnmobilausbauten.

Tagebücher die den Camperausbau beschreiben
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von mwrsa
#1
So, ich fange jetzt zum dritten Mal mein Ausbautagebuch an (wobei der zweite Versuch von mir aufgegeben wurde). Die ersten Ausbaubeiträge kommen daher etwas gebündelt, bis die Dokumentation das echte Leben eingeholt hat. Ab dann geht's vielleicht etwas sprunghaft, aber hoffentlich kontinuierlich weiter.
Kommentare und Rückfragen sind ausdrücklich erwünscht. Ich werde sicher nicht immer oder sofort meine Meinung ändern, aber man kann ja mal drüber reden. :innocent: Aber nun zum Thema.

27.12.2018


Mein KaWa:
Da mein Budget deutlich begrenzt ist, versuche ich bei allem, was ich baue, die besten Kompromisse zu erzielen, mit denen ich trotzdem meine Ansprüche erreiche. Das ist nicht nur bei meinem Ausbau so, soll aber einige der Schritte erklären, die ich tue, oder Produkte, die ich auswähle.

Das Basisfahrzeug ist ein VW Crafter Bj. 2010 mit 121Mm, L3H2 - also das 7m- Schlachtschiff, mit 2,5l 100kW, Euro 5 mit AdBlue, und sonst außer Tempomat und Klima kaum Ausstattung. Die Ausbauform bzw. der Grundriss wird auch überwiegend ziemlich unspektakulär, mit hohem Längsbett 1,4m x 2m hinten, daneben Einbaumöbel über die volle Höhe. Unter dem Bett die Fahrradgarage mit ca. 1m Höhe.
Davor schließen sich erprobterweise fahrerseitig das Bad mit Dusche und Trockentrenntoilette an, beifahrerseitig die Küche. Davor eine Dinette, die die beiden Drehsitze der Front einbezieht, nicht mit zusätzlichen Gurten ausgestattet werden soll (also nur 2sitzig), einen schwenk- und verschiebbaren Tisch bekommt...

Als stealth camper kommen KEINE Fenster rein, nur die beiden Gebo Flushline Luken ins Dach, der Licht- und Insektenschutz dafür wird halber Eigenbau. Aufs Dach kommen zudem 2 Solarmodule zu je 160Wp, die zentrale Elektrik wird ein Votronic VBCS 45/30/350 Triple übernehmen. Für die Akkus reicht mein Budget definitiv nicht für LiFePo, da kann mir vorschlagen wer will, es ist jetzt während des Ausbaus einfach nicht drin. Also tendiere ich aus den gelesenen und erfragten Erfahrungen von @997 zu zwei der Yellow Top, nehme aber gerne Empfehlungen zu mindestens gleich gut aber günstigeren AGM- Batterien entgegen. Sobald wieder was in der Kasse ist, wird dann auf Lithium gewechselt, versprochen!

Da auf Grund der Länge innen schön geräumig ist, werden beide Wassertanks (je ca. 70l) im Innenraum eingebaut, zumal ich auch durchaus Winterbetrieb einplane. Dass dazu dann die Dusche leider auch eine Schmutzwasserpumpe braucht, ist unschön aber so nicht vermeidbar. Dazu werde ich wohl das Duschbecken selbst laminieren, incl. einer etwa 2cm Einsenkung in einer Ecke, wo die Pumpe drin süffeln kann.
Ich hatte sogar mal mit einer Umlaufdusche mit entsprechender Filteranlage geliebäugelt, aber das wird teuer und kompliziert.

Für warme Luft und warmes Wasser wird ein Warmduscher- Kit von TigerExped unter der Dinettenbank sorgen, weshalb ich auch auf eine feste Gasinstallation ganz verzichten will und zum gelegentlichen kochen ein Gas- Kartuschenkocher oder Spirituskocher und eine elektrische Platte an Bord kommen (je nach Stellplatz).

Einige Spezialitäten, die wohl vom üblichen etwas abweichen, sind:
  • Im Bad werden Toilette und Waschbecken auf Auszügen montiert, die beim duschen in der Wand (also unter dem Bett) verschwinden sollen.
  • Keine Fenster - hatte ich ja schon geschrieben.
  • Kaum harte Verkleidungen: Wo möglich will ich auf Platten als Wände und Decken verzichten, stattdessen das Armaflex mit einem Polsterfilz und anschließend einem Bespannstoff überziehen. Lediglich das Bad bekommt natürlich Wände, die ich aus XPS- Hartschaum mit entsprechend positionierten Abachiholzverstärkungen und mit Schichtstoff belegt selbst fertigen werde.
  • Möglichst vollständige Dämmung, incl. aller Türen, auch der Fahrerhausholme usw. [EDIT] Nach Feedback nicht mehr ganz so sicher...
  • Um Platz in der Breite zu gewinnen, wird wahrscheinlich die Dinettenbank als zwei Einzelsitze gefertigt, die sich seitlich ausziehen lassen, um bequem nebeneinander zu sitzen. In dieser Position wird dann halt der Durchgang schmaler, aber das ist imho trotzdem die beste Lösung, wenn man auch in der Küche auf nichts verzichten will.
Alle anfallenden Verklebungen im Innenbereich werden mit MS- Polymer verschiedener Hersteller und je nach Anwendungsfall ausgewählt ausgeführt. Das Armaflex ist schon selbstklebend (19mm über die glatten Flächen, dann eine Lage 6mm über alles). Der Boden bekommt dagegen nur XPS- Hartschaum unter die Holzplatte verpasst, das muss reichen. Eventuell lege ich noch eine Reflexionsschicht rundum in die Dämmung, aber dieser Keks ist noch nicht ganz gegessen.

Das war erstmal das meiste in groben Zügen, ich habe viele Ecken schon etwas detailierter im Kopf, aber das sprengt sonst den Rahmen. Und ich habe Grund, mal wieder was zu schreiben.

Ich habe auch schon einige erste Schritte getan: Großflächig Werbung abgepellt, Schiebetür reichlich ausgebeult, Rost vorbehandelt, Innenraum entkernt, Doppelsitzbank durch Einzelsitz ausgetauscht (will die jemand haben, incl. Tausch des Fußbodens?), Drehkonsolen montiert...
Weiter geht's morgen mit der Lackbehandlung, wegen dem vielfach verteiltem Rost wird es fast eine Komplettlackierung. Ein Glück, dass die Tischlerei groß genug ist! Erst mal spachteln (Dellen in der Schiebetür) und grundieren.
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von mwrsa
#2
Weiter 27.12.2018


Eigentlich wäre ja heute die äußere Rost- und Dellenbehandlung Programm gewesen. Meine Erkältung hat mir etwas die Motivation genommen, also habe ich erst recht spät angefangen und dachte mir, wenn der Lack trocknen muss, kann ich schlecht was anderes dran machen, also wird das aufs Wochenende verschoben. Gut, gibt ja noch genug zu tun. Also Holzboden rausreißen…

Drunter kam der blanke (oder auch braune) Horror zum Vorschein. Das Auto hat fast sein gesamtes Leben einem Gastronomen gehört, da haben wohl nicht nur ordentlich die Speisen drin gedampft, es ist wohl auch ein- oder dreimal die Soße umgefallen. Ich habe drei Eimer Wasser mit Reinigungsmittel, eine straffe Bürste, einen Pinsel für die Ecken, eine halbe Sprühflasche Aktivreiniger, und anderthalb Liter Spiritus gebraucht, um den Boden so sauber zu bekommen, dass ich den weit verteilten Rost behandeln (Ovatrol CIP), dann auch das neu lackieren kann (eine Einza 1k Rostschutzfarbe), bevor ich weitermache.

Die Stoßstange hinten habe ich auch gleich noch mit abgebaut, da ist zum Glück kaum Rost drunter, nur wenige winzige Reibepunkte. Aber hinter der Seitenleiste, die ich dazu auch entfernen musste, gab es das erste, etwa fünfmarkstückgroße Loch - durchgerostet. Deutsche Wertarbeit nach 8 Jahren… mein T4 aus 1999 steht da besser da!

Nach der ganzen Schrubberei war der Tag auch schon wieder rum. Aber ich hab ja bis Anfang Januar noch frei, da werde ich wohl trotzdem noch was schaffen. Nach dem Loch zuschweißen usw usf.

Noch ein paar Fotos mit Erklärung:
So groß ist meine Werkstatt dann doch nicht, aber es reicht. Zum Werbung abfummeln habe ich über drei Tage gebraucht, und etwa 7l Spiritus.
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So viel Platz! Die Verkleidung hab ich aber schon raus, und auch alle Nieten zurückgetrieben und ausgebohrt.
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Erster Rost entdeckt
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von mwrsa
#3
Weiter 27.12.2018


Von weitem sieht's so harmlos aus… aber überall Pickel, über die ganze Fläche verteilt!
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Und die schlimmste Gammelecke ganz hinten rechts im Crafter, links oben die Stelle sieht hier noch heil aus, ist aber durch.
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Auf der Gegenseite ist dagegen schon etwas behandelt. Das verwendete Owatrol CIP soll angeblich auch wie die öfter verwendeten Konkurrenzprodukte den Rost durchdringen, Wasser verdrängen, und dann weiterrosten verhindern. Hoffentlich. Kommt aber auch noch Rostschutzfarbe drüber, im Außenbereich das volle Programm mit Grundierung, ggf. spachteln und nochmal spritzfüllern, und lackieren.
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von mwrsa
#4
28.12.2018


Nach der Rostprüfung gestern habe ich echt überlegt, ob ich weitermachen oder hinschmeißen und die Karre wieder verscherbeln soll...
Naja, ich hab mich jedenfalls dazu durchgerungen, weiterzumachen. Zwischendurch war schon mal ein arges Tief. So eine Rostlaube. Die typischen Stellen (Unterboden, oder z.B. Nummernschildbeleuchtung hinten, oder die Clipslöcher an den Seltenleisten) sind aber tatsächlich fast komplett rostfrei. Nur an den Löchern in den Trägern unterm Boden fängt es etwas an. Dem werde ich aber auch gleich noch Einhalt gebieten.

Heute habe ich jedenfalls der braunen Seuche weiter den Kampf angesagt. Ich lasse Bilder sprechen:

1. Ich habe mich als Kunstschweißer betätigt und die Durchrostung zugebruzzelt. Mit Elektrode!! Die Kunst war dabei, dass innen der Rost weiter ging als das eigentliche Loch, und mir dabei immer mal wieder ein Loch am Rand durchgebrannt ist - trotz niedlicher 1,4mm Elektroden und zaghafter 15A Strom. Und da ich Tischler bin... ich nehm zum Holz schweißen Schaschlikspieße als Elektroden :D Ich bin kein Schweißer und habe ganze 14 Elektroden aufgebraucht, incl. der Brandlöcher wieder verschließen. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Ohne Rostschutz hätte ich mich aber nicht getraut, es zu zeigen. Aber egal, wird behandelt und dann von der Kunststoffblende verdeckt. :stuck_out_tongue:
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2. Der Innenraum. Wenn ich meinen Wagen ab sofort liebevoll "Rostlaube" nenne, dann wird das theatralisch die "Halle der Tränen" werden. Ich sehe rot. Ganz viel davon.
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Ich habe aber auch etwas davon vorsorglich eingepinselt. Wenn zB. auf einer Seite was angegammelt wwar, habe ich idR. symmetrisch die andere Seite mitbehandelt.

So, jetzt wird noch der linke Kotflügel etwas ausgebeult, da ist auch noch was drin. Wollte ich eigentlich spachteln, aber nach dem Ausbau von Kühlergrill und Scheinwerfer kommt man ganz gut ran. Und das ist auch wirklich nicht viel.
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von mwrsa
#5
Ab hier sind alle Beiträge aktuell verfasst


Für die grobe Planung meines Ausbaus habe ich natürlich auch was zeichnen wollen. Ich habe in der Aufbaurichtlinie von VW sogar einen Link zu CAD- Dateien der verschiedenen Kastengrößen gefunden - nur leider führen die Links ins Nichts.
Also selber die Mühe machen. Ein paar Bilder mit Maßen findet man ja doch im Netz. Dazu diverse Bildbearbeitungsprogramme unter Linux etwas aufbohren... jawoll, für Inkscape gibt es eine freie Erweiterung, damit beim Zeichnungen vektorisieren nicht die Kanten, sondern die tatsächliche Linie nachgezeichnet wird. Zu gut Englisch centerline trace. Das Ergebnis habe ich mal als Anhang beigelegt. Vielleicht kann's mal jemand verwenden.

Andererseits kann ich das jetzt praktisch mit jedem Bild machen, im Idealfall natürlich mit Plänen in schwarzweiß. Schreibt mich an, wenn ihr da Hilfe brauchen könnt!


Ergänzung: Obsolet, weil ich einerseits einen Maßfehler irgendwo, andererseits doch noch die Originalpläne gefunden habe.
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von mwrsa
#6
In der Zwischenzeit seit dem letzten Eintrag habe ich natürlich auch was gemacht, auch wenn's immer noch Grundlagenarbeit war, die noch gar nichts mit dem Ausbau zu tun hatte. Aber ich will den Wagen dann auch gerne paar Jahre fahren, also versuche ich, die Basis möglichst gut zu konservieren.

Kurz im Schnelldurchlauf, was passiert ist:
  1. Das neue Radio geht endlich. Zündungsplus (Klemme 15) kommt vom Fahrtenschreiber- Anschluss, der ist zum Glück gar nicht erst verbaut.
  2. Die Ablage im Armaturenbrett habe ich gegen eine mit Deckel getauscht, und da drin steckt jetzt klappbar der Monitor für die Rückfahrkamera.
  3. Großes Thema Rost und Lack, da ist jede Menge passiert. In den Zwischentagen und der ersten Januarwoche habe ich es tatsächlich geschafft, den ganzen Karren zu behandeln! Spachteln, schleifen, grundieren, und echt alles rundrum abkleben und einmal mit Nutzfahrzeuglack im Originalfarbton neu lackieren. Dazu im Innenraum einmal weißen Dickschicht- Metallschutzlack auftragen auf die rostbehandelten Stellen.
  4. Ich habe zwei Löcher ins Dach gesägt und dann wieder verschlossen - mit den beiden Gebo Flushline Decksluken.
  5. Weitere Löcher im Dach waren nötig, weil ich der reinen Verklebung der Solarmodule nicht getraut habe. Jetzt sind da rostfreie Blindnieten drin. Und die Kabeldurchführung ist angenehmerweise gleich unter den Modulen verbaut und verschwunden.
Mein Fazit: Ich bin kein Autolackierer. Alle großen glatten Flächen sind zu dünn lackiert, haben etwas Orangenhaut. Geht aber noch. Kanten und Fälze haben genug abbekommen, kritische Stellen sowieso. Meine Meisterleistung: An der wahrscheinlich auffälligsten Stelle - dem VW- Logo mitten auf den Hecktüren - habe ich eine fette Lacknase hinbekommen. Sonst kaum eine, und wenn, dann winzig. Aber diese eine... :flushed:

Natürlich gab es noch weitere Hindernisse. Bei der Antenne über der Frontscheibe war z.B. die Dichtung total fertig - nur noch Brösel. Also die Reste kunstvoll abgeschnitzt und mit schwarzem MS-Polymer verfugt. Auch die Dichtung an der dritten Bremsleuchte war nicht mehr zu retten, angeklebt und zerrissen. Also mit Vorlegeband (eigentlich für Fensterglas in Hausfenstern und -türen gedacht) abgedichtet und mit weißem MS-Polymer verfugt.

Aber ich schreibe wieder viel zu viel, lieber Bilder sprechen lassen:

Innen sieht's weiß gestrichen gleich viel freundlicher aus!
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In der Schiebetüre war ein massiver Schaden, ordentlich eingedrückt. Flächen habe ich selbst mittels Heißklebetechnik gezogen bekommen, an Kanten hat mit meine KFZ- Werkstatt hier vor Ort mit Punktschweißtechnik fast alles rausgeholt. Nach dem spachteln bleibt nur noch etwas Welligkeit, da war ich zu ungeduldig, um nochmal drüberzugehen...
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Der Kotflügel dagegen ging sehr gut mit einem Gummihammer von hinten auszubeulen, da blieb kaum was zu spachteln!
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Und wenn ich einmal die Front abgebaut habe, kann ich die zwei kleinen Bleche auch gleich einzeln lackieren.
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Ich schreibe mal noch was zum detailierten Lackiervorgang im nächsten Beitrag, das sprengt hier sonst den Rahmen.
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von mwrsa
#7
Jetzt etwas detailierter zum Lackiervorgang. Um den Beitrag zur Abwechslung mal etwas kürzer zu halten, in ausklappbare Teile verpackt.
Achtung: Das, was ich hier schreibe, sind Empfehlungen meines Lacklieferanten und eigene Erfahrungswerte. Andere Situationen erfordern ein anderes Vorgehen. Auch wichtig: Der ausgehärtete Lack geht chemisch fast nicht mehr zu entfernen. Ich habe Sprühnebel auf einigen Kunststoffteilen - Lösemittel zerstören eher den Kunststoff als den Lack!

Zuerst das Material:
► Text zeigen
Der Ablauf, der Reihe nach:
► Text zeigen
Erfahrungswerte und Empfehlungen:
► Text zeigen
Soweit fertig zum lackieren. Vom fertigen Lack habe ich noch nicht mal ein Foto gemacht :flushed:
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Allerdings habe ich jetzt noch jede Menge Grundierung und die Hälfte an Lack übrig. Hat jemand Bedarf? Der Lack reicht bestimmt nochmal für einen L2H2, ich habe mit der selben Menge schließlich mein ganzes Auto (zu dünn) ablackiert!

Vorschau: Demnächst kommen Hohlraumversiegelung, die Eintritte im Fahrerhaus und ein klein wenig Unterbodenschutz mit Mike Sanders.
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von mwrsa
#8
Ich war wieder etwas fleißig. Neben der Rostbehandlung konnte ich endlich mal was so richtig in Richtung Ausbau tun. Vorher ging's aber doch nochmal an den Unterboden. Ein paar Blechkanten hatten Rostansätze, und in den Radkästen war der Unterbodenschutz weg. Also gestern Rost und durch den Boden gebohrte Löcher mit Owatrol CIP eingepinselt, heute die Löcher mit Würth Klebt und Dichtet Power zugemacht. Mit dem richtigen Reiniger ebenfalls von Würth kann man das und andere MS- Polymere so gut glätten wie Acryl, besser als Silikon. Das habe ich schon bei meinen Dachluken und Solarmodulen genutzt. Apropos...
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2x 160W von Offgridtec, und zwei kleine Gebo Flushline Luken, die sind auch schon auf dem Dach angekommen. Kam ich aber schlecht ran, muss ich mal noch bessere Fotos machen.
Zurück zum Unterboden. Die Radkästen und Rostansätze habe ich dann noch mit Mike Sanders Fett gut eingepinselt, und auch das Teil, was ich in der hinteren linken Ecke meines Crafters gefunden habe. Jemand ne Ahnung, was da mal obendrüber verbaut war? Ist wohl ne kleine kräftige Ladebodenverstärkung...
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Naja, mit eingesandert und gut is.
Dann habe ich auch endlich mal paar bessere Ansichtsfotos gemacht, die packe ich gleich mal hier mit rein.
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Von weitem sieht er aus wie neu, näher dran sieht man meine arg laienhafte Lackierung :expressionless:
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von mwrsa
#9
Aber nun zu meiner heutigen Haupttätigkeit. Endlich mal was produktives.
Zuerst habe ich drei Holzleisten angerichtet, Dachlatten hatte ich noch im passenden Format da. Dann Den XPS- Hartschaum zugeschnitten, anprobiert und munter drauflosgeklebt. Voilá:
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Zum kleben habe ich verschiedene Polymerkleber verwendet. Neben etwas Klebt und Dichtet dort, wo mal Löcher im Boden waren, habe ich noch OttoColl Allflex und HiTack verwendet, die nutze ich schon lange in meiner Tischlerei. Mit den Schraubzwingen habe ich erst anprobiert und alles genau in die Mitte gerückt, das macht den Schaumzuschnitt einfacher. Ist unter 2mm Abweichung links und rechts, das sollte ok sein. Dann die Mittelleiste eingeklebt, die Hartschaumplatten haben auch gegen rutschen und quietschen ein paar Klebepunkte bekommen. Als nächstes die beiden äußerel Leisten hingepappt, und dann vom Heck her mit den äußeren Schaumplatten und deren krummen Zuschnitt begonnen.
Auf dem dritten Foto sieht man noch die Klebepunkte dort, wo die rechte Latte hingehört.
An einigen Stellen, z.B. wo die Tanks hinkommen, werde ich direkt eine Sperrholzplatte anstelle des Hartschaums aufkleben. Dann ist da mehr Halt zum schrauben als nur in der dünnen Bodenplatte. Auch wo die Zurrösen im Boden waren werde ich aus dem Hartschaum wieder Quadrate ausschneiden und Siebdruckplatte in den Gewindebuchsen verschrauben, und dann den Holzboden in die Siebdruckplatte - zusätzlicher Halt.
Zwischendurch habe ich noch etwas meine Planung korrigieren müssen:
IMG_20190126_154147.jpg
IMG_20190126_154203.jpg
Ich habe mal auf zwei Böcken das zukünftige Bett simuliert - und festgestellt, dass ich da an den Hecktüren ganz ordentlich anpassen muss. Liegts an der Seite ganz hinten, dann ist in der Mitte zur Tür 19cm Platz. Das wird eine krumme Matratze... aber egal. Dadurch habe ich jedenfalls nochmal etwa 5cm Platz in der Länge gewonnen. Dabei ist das doch schon der mit 4,30m Laderaum... wird wohl das Bad ein klein wenig größer.
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von mwrsa
#10
Wir schreiten voran - häppchenweise :)

Ich habe erstmal den Boden fast fertig gemacht, die meiste Fläche mit XPS abgedämmt, aber neben den Latten wollte ich gerne noch eine richtige Befestigung, besonders da, wo die Wassertanks hinkommen werden. Also habe ich dort statt dem Hartschaum passendes Bausperrholz eingesetzt und mit M8- Schrauben in die Verzurrösen- Löcher fixiert. Das wird halten. Siehe hier:
IMG_20190131_175545.jpg
IMG_20190131_175556.jpg
Vor der Schiebetür habe ich damit gleich noch die zweite Fliege mit der selben Klappe erpocht - und einen stabilen Grund für den Küchenschrank geschaffen, der ja zur Hälfte in den Durchgang rein und somit über der Stufe stehen wird.

Als nächstes, und noch vor den OSB- Platten auf dem Boden, kommt die Wanddämmung dran. 19mm Armaflex in die Flächen, dann 6mm über alles drüber. Gestern habe ich das Dach mit den 19mm fertig bekommen (waren noch andere Sachen zu erledigen, nur ein 3/4- Tag), und ich habe mit dem Zuschnitt folgende gute Erfahrungen gemacht, die ich hier unbedingt dokumentieren muss:
Ich wurde mehrfach gewarnt, dass sich Armaflex nicht gut mit Klingen zuschneiden ließe, die würden beizeiten stumpf usw. Das kann ich absolut nicht bestätigen. Natürlich, wenn man mit Gewalt die Klinge durch den feinen Schaum presst, dann fetzt der wie bekloppt. Selbst probiert. Aber mit folgenden Voraussetzungen gehts ohne nachlassende Qualität sehr gut:
  1. Gutes Werkzeug. Die gute Klinge ist entscheidend. Ich habe immer nur Standard- Billigklingen verwendet, das Ergebnis spiegelt den Preis wieder. Für dieses Projekt nun extra gute Klingen von Olfa mitbestellt ([Externer Link für Gäste nicht sichtbar]), und wie scharf die sind, habe ich am eigenen Handrücken erfahren. Ungelogen konkurrenzfähig zu einem Skalpell. Auch die Beschichtung scheint ein klein wenig gegen Anhaften zu helfen, aber nur minimal. Kennt jemand Klingen mit Teflonbeschichtung?
  2. Richtige Verwendung. Auch mit der guten Klinge kann ich noch Mist bauen. Auf zwei Arten läuft die aber wie Butter durchs Material:
    Klinge flach halten. Dadurch ergibt sich eine Art ziehender Schnitt, der eine absolut glatte Schnittkante erzeugt.
    Klinge bewegen. Durch kleine Schneidbewegungen bekommt man auch ausrissfreie Schnitte hin, aber die können dabei etwas wellig werden.
  3. Geduld. Das dämmen ist eh ein Gebastel, Eile erzeugt nur Fehler. Oder angeschnittene Finger.
Nun dokumentiere ich mal noch kurz, wie ich krumme Ecken ausgefüllt habe, hier am Beispiel der Fenstereinfassung:
Mit Stahllineal und Cutter geraden Schnitt machen
IMG_20190202_104249.jpg
Ergebnis
IMG_20190202_104356.jpg
Die Kreppbandrolle hat gerade den richtigen Radius, um mit dem Cutter außen entlang zu schneiden
IMG_20190202_104404.jpg
Fertiger Zuschnitt
IMG_20190202_104438.jpg
Demnächst gehts weiter mit der Dämmung. Noch ne ganze Weile :roll:
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